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Clean Eating als neue Ernährungsform - Was macht Clean Eating aus und was versteht man darunter

Ich bin viel auf diversen Blogs und Kochseiten unterwegs, um mir Anregungen zu holen und zu sehen, was die Blogger-Kollegen anstellen. Bei diesen Streifzügen stoße ich immer wieder auf Beiträge zu Diäten, gesunder Ernährung und ganzen Ernährungsformen bzw. -philosophien. Mit der Zeit musste ich aber feststellen, dass viele Quellen unter ein und demselben Begriff etwas anderes verstehen. Manchmal sind die Auslegungen einer Ernährungsform fast schon gegensätzlich. Das alleine bringt mich immer wieder auf die Palme.
Clean Eating ist immer mehr im Kommen - Was bedeutet dieses Lebensweise und was zeichnet sie besonders aus?
Clean Eating ist immer mehr im Kommen - Was bedeutet dieses Lebensweise und was zeichnet sie aus?
Nachdem ich aber immer wieder auf Facebook Zeuge von Erklärungsversuchen wurde, was genau vegetarische oder vegane Ernährung ist, wie laktose- oder glutenfreie Ernährung aussieht bzw. worauf man achten muss und wie es sich mit Low Carb, Paleo oder Clean Eating verhält, streuben sich mir manchmal echt die Nackenhaare.

Das war Grund genug für mich all diese Ernährungsformen etwas genau zu beleuchten und ihrem wahren Kern näherzukommen. Ich finde jeder soll sich ernähren, wie er es für richtig hält. Gleichzeitg erwarte ich aber auch von Praktizierenden, dass sie Neulinge und Interessierte frei von persönlichen Färbungen, Meinungen und Halbwahrheiten die Grundsätze Ihrer Ernährungsform erläutern. Leider passiert das viel zu selten.
Aus diesem Grund nehme ich mir heute den aktuellen Ernährungstrend "Clean Eating" vor.

"Clean Eating" ist seit ein paar Jahren immer mehr im Kommen. Es handelt sich hierbei weder um eine neue Diätform, noch um eine extreme Ausprägung eines Ernährungshypes. Es ist eine ganz normale Ernährungsform oder Lebenseinstellung wie die vegetarische oder vegane Ernährung.Die Erfolgsgeschichte begann vor einigen Jahren in den USA. Tosca Reno hat "Clean Eating" dort erst zu dem gemacht, was es heute ist, und somit zum weltweiten Durchbruch verholfen.

Der Kern von Clean Eating

Übersetzt man diesen Begriff ganz simpel, ergibt dies "Sauber essen/Sauberes Essen". Genau dies steckt im Grunde auch hinter dieser Ernährungsform.
Der Basis allen ist das Verwenden von natürlichen und unverarbeiteten Lebensmitteln. Mancherorst kann man ergänzend ebenso lesen, dass auf jegliche industriell verarbeitete Lebensmittel verzichtet werden soll. Wenn Ihr dies zusammen nehmt, habt Ihr das was "Clean Eating" im Kern bedeutet: Natürliche Lebensmittel so wie sie die Natur uns bietet werden hergenommen, um sich davon zu ernähren. Sei es als Salat/Rohkost, Backwaren, Hauptmahlzeiten, Snacks oder was uns sonst alles einfällt. Es ist egal was Ihr aus diesen Lebensmitteln macht, Hauptsache sie sind natürlich und nicht bereits vorverarbeitet. Ich nenne das auch gerne "Vollwertkost Enhanced".

Netter Nebeneffekt dieser Ernährungsform ist das sich Auseinanersetzen mit den Lebensmitteln und Ihrer Zubereitung. Habt Ihr vorher in der Mehrheit vorverarbeitete Produkte zur Hilfe genommen, um schnell etwas zu Essen auf den Tisch zu bekommen, ist dies in meinen Augen die größte Umstellung an der ganzen Sache. Das Gemüse- oder Obstregal zu plündern, bekommen wir ohne Probleme auf die Reihe. Dazu noch das ein oder andere aus dem Kühlabteil, getrocknete Hülsenfrüchte, Reis und verschiedene Getreidevarianten - alles kein Problem. Am Ende muss daraus aber etwas schmackhaftes gekocht werden. Wenn man damit keine große Erfahrung hat, steht Ihr bereits jetzt vor den ersten großen Herausforderungen.

Was auf den ersten Blick wie ein riesiges Hindernis scheint, ist aber das beste, was Ihr Euch und Eurem Körper antun könnt. Kombiniert das, was die Natur bietet, zu neuen Kreationen, kocht Omas Rezepte nach, macht eine Restemahlzeit aus allem, was noch im Kühlschrank liegt. Besseres und gesünderes Essen werdet Ihr kaum bekommen. Die Verarbeitung des ursprünglichen Produktes gibt Eurem Körper alles was er braucht - Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und vieles mehr. Wenn Ihr dazu noch aus dem Vollen schöpft und nahezu alle Zutaten ausprobiert, die Ihr ansatzweise bekommen könnt, braucht Ihr Euch von keine Gedanken mehr über Eure Vitamin- und Mineralstoffversorgung machen. Eine Mangelernährung ist ebenfalls nahezu ausgeschlossen. Auch Nahrungsergänzungsmittel sind herausgeworfenes Geld. Esst einfach und lasst es Euch gut gehen!

Falls Ihr nachhaltig an dem Thema "Clean Eating" interessiert seid, bietet Euch der Buchmarkt bereits sehr viel Material zum Nachschlagen. Angefangen beim Buch von Tosca Reno namens "Die Eat-Clean Diät"*, in dem die Autorin Euch ihre Lesart näherbringt. Darüber hinaus haben sich bereits sehr viele andere Autoren des Themas angenommen und bieten neben reinen Ratgebern auch Rezeptsammlungen an*, welche Euch in der Anfangszeit durchaus eine gute Hilfestellung sein können.

Persönliche Ansichten und Färbungen fernab von Clean Eating

Alles was darüber hinaus geht, ist oftmals Interpretation, entstammt persönlichen Vorlieben/Überzeugungen oder ist dem Reich der Mythen zuzuordnen. Ich möchte diese hinzugenommenen Facetten nicht verteufeln oder schlecht reden! Ich finde es insgesamt vorbildlich, wenn man sich über seine Ernährung und Gesundheit Gedanken macht. Es ist in meinen Augen aber nur fair, wenn man Interessierten gegenüber klar aufzeigt, was persönliche Meinung ist und was sich direkt aus dem "Clean Eating" ableitet.
Aber auch wenn man sich auf das essentielle des "Clean Eating" beschränkt, fällt schnell auf, dass bereits die Grunddefinition einigen Raum für Interpretation lässt.

Was gilt als industriell (vor)verarbeitetes Lebensmittel?
  • Ist das bereits der Joghurt an sich? Oder ist es erst der Joghurt aus der industriellen Großmolkerei und der vom Bauern um die Ecke ist in Ordnung?
  • Zählt der klassische weiße Zucker dazu? Wenn ja, ist Roh-Rohrzucker erlaubt, auch wenn er so nie von alleine vom Baum oder dem Zuckerrohr fallen würde?
  • Sind Säfte in Ordnung? Oder nur wenn ich sie selber oder beim Bauern um die Ecke in Handarbeit frisch hergestellt wurden? Oder sind gar alle Säfte in Ordnung?
  • Darf ich nur Gemüse/Obst aus Bio-Anbau mit Siegel von Kleinbetrieben kaufen? Oder sind auch Produkte aus großbäuerlicher Erzeugung gestattet?
  • Dasselbe was man sich beim Gemüse oder Obst fragt, kann auf Fleisch und Fisch angewendet werden. Sind nur Produkte aus tiergerechter Haltung erlaubt oder darf man auch Fleisch/Fisch aus anderer Erzeugung essen? Wie verhält es sich beim Fisch mit Wildfang oder Aquakultur?
Clean Eating ist immer mehr im Kommen - Was bedeutet dieses Lebensweise und was zeichnet sie besonders aus?
Clean Eating ist immer mehr im Kommen - Was bedeutet dieses Lebensweise und was zeichnet sie aus?
Wie Ihr seht, kann man das je nach persönlicher Vorliebe streng oder weniger streng auslegen. Es kommt auch ein bisschen auf die persönliche Vorprägung an, wie man diese Begriffe für sich definiert oder was man davon hält. Genau das finde ich aber gut. Lasst Euch nicht einreden, dass weißer Zucker böse ist, aber Roh-Rohrzucker gut. Wenn man es streng nimmt, wäre beides nicht erlaubt.
Fisch aus Aquakultur oder zertifizierter Fisch aus nachhaltigem Fang ist nicht "cleaner" als Wildfang ohne alles. Ob Das Rind nun in persönlicher Betreuung mit riesigem Auslauf und vorbildlicher Ernährung oder kleinen weitläufigen Stallanlagen mit kleinen Besatzzahlen aufgewachsen ist, macht hier auch keinen Unterschied. Es gibt sicherlich Formen, die man als nachaltiger, tiergerechter oder umweltfreundlicher bezeichnen kann. Das hat an sich aber erstmal nichts mit "Clean Eating" zu tun.
Auch sogenannte "leere" oder "komplexe" Kohlenhydrate und die damit verbundenen Getreideformen sind im Grunde erstmal egal.

Lasst Euch bitte nicht verwirren, wenn es um solche Ausschmückungen im Namen von "Clean Eating" geht. Wie alles im Leben ist auch die Form dessen, wie man diese Lebensweise praktiziert, von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Findet was das angeht bitte Euren Weg, mit dem Ihr Euch wohl fühlt und Euch nicht verbiegen müsst. Eine Ernährungsform, die für Euch persönlich nur Entbährungen mit sich bringt und im Alltag zu sehr einschränkt oder nur schwer zu integrieren ist, wird selten auf Dauer umgesetzt. Deswegen lasst Euch nicht von dem leiten, was andere sagen, sondern von dem, was für Euch das Beste ist.

Wenn ich schon von persönlichen Prägungen rede, kann ich an der Stelle kurz beschreiben, was für mein Verständnis die optimale Form von "Clean Eating" wäre.
Nur natürliche Lebensmittel inklusive aller Milchprdukte wie Sahne, Joghurt, Quark etc. Diese Produkte aber vom regionalen Erzeuger, am besten direkt beim Erzeuger oder von ihm auf dem örtlichen Markt gekauft. Fleisch und Fisch aus Kleinbetrieben, die sich um die Aufzucht, das Leben und die Verarbeitung des Fleisches noch Gedanken machen. Dabei spielt für mich der Bio-Standard eine untergeordnete Rolle, so lange es den Tieren gut geht und sich der Erzeuger im Rahmen seiner Möglichkeiten um das Optimum bemüht.
Damit ist ein Großteil der industriellen Nahrungsmittelerzeugung außen vor. Ich muss mir keine Gedanken darum machen, wo mein Essen herkommt. Nebenbei tue ich den örtlichen Bauern etwas gutes, indem sie den gesamten Kaufpreis von mir erhalten und nicht nur das, was Ihnen der Schlachtbetrieb oder Großhandel gewillt ist zu zahlen. Vor allem aber bekomme ich Obst und Gemüse in der Saison feldfrisch!

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