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Der Berlepsch - Eine alte Apfelsorte mit dem herben Etwas

Nach dem Falstaff ist mir der Berlepsch in die Hände gefallen. Man findet ihn auch unter den Namen "Goldrenette" oder "Goldrenette Freiherr von Berlepsch". Alle Namen stehen für denselben Apfel.Es handelt sich hierbei um eine alte Sorte, die aus den 1880ern stammt. Sie zählt zu den Vitamin C reichsten Apfelsorten, was sich durch meine Verkostung allerdings nicht kontrollieren lässt.

Apfelsorte Goldrenette Berlepsch - Nahaufnahme des interessanten und optisch auffälligen Apfels
Apfel der alten Sorte Berlepsch gehört zu den mittelgroßen Äpfeln
Der Berlepsch ist hinsichtlich seiner Größe als mittelgroß anzusehen. Sein Aussehen ist auch nicht so herausgeputzt, wie man es von den alltäglichen Sorten im Supermarkt kennt. Er kann schon mal eine schorfige Stelle haben und seine Farben wirken etwas plakativer als man es von den meisten Sorten kennt. Seine Farbenpracht reicht von einem saftigen grün über knallgelb bis hin zu tiefrot. Er ist also nicht schön gemustert oder stellt auch nicht allzu viele Mischfarben dar, sondern seine Farben sind relativ klar abgegrenzt und einer der drei genannten Farben zuzuordnen. Eine Seite gelb, die andere rot, basta!
Seine Form ist gerippt und eher flach, wo hingegen die meisten anderen Apfelsorten doch eher eine hohe, gleichmäßig runde oder auch leicht eirige Form haben.

Auch geschmacklich hebt er sich von der Masse ab, so daß er eher ein Apfel für den Liebhaber markanter Apfelsorten ist.

In dieser Liste befinden sich alle Apfelsorten, welche diesen Test bei mir jemals durchlaufen haben. Wenn Ihr Euch also eine Überblick über das Apfelsortiment verschaffen wollt, seid Ihr hier genau richtig.

Der Geschmack, Süße und Säure, Saftigkeit

Das Verhältnis von Süße und Säure ist auch bei diesem Apfel recht ausgewogen. Insgesamt tendiert er aber ein wenig in den leicht säuerlichen Bereich.
Geschmacklich fällt neben der leichten Säure allerdings auf, daß er eine markante herbe Note aufweist. Andere bezeichnen dies als würzig, mir kam es eher herb vor. Von daher denke ich ist der Berlepsch nichts für den genussvollen Apfelesser, der sich in den heute üblichen Kultursorten heimisch fühlt. Diese spezielle Note muss man mögen, sonst ist sie dem Genuss durchaus abträglich.
Die Saftigkeit ist im normalen Bereich anzusiedeln, so wie man es von einem Apfel erwartet.

Schale und Fruchtfleisch

Apfelsorte Goldrenette Berlepsch - Nahaufnahme des interessanten und optisch auffälligen Apfels mit Größenangaben
Apfel der alten Sorte Berlepsch mit Maßband, um die Größe zu zeigen
Die Festigkeit des Fruchtfleisches ist im Bereich bissfest einzuordnen. Während das Fruchtfleisch ganz normal bissfest ist, kommt die Schale ein wenig weicher daher. Sie ist zwar nicht unauffällig, aber doch merklich weicher als das Fruchtfleisch.
Alles in allem zählt der Berlepsch aber zu den bissfesten Apfelsorten.

Lagerung des Berlepsch

Was die Lagerung in der warmen Küche angeht, eignet er sich dafür mittelmäßig. Nach einer Woche ist er noch sehr gut genießbar und die Schale noch schön glatt. Er büßt aber ein wenig seiner Bissfestigheit mit der Zeit ein. Nach 2 Wochen ist die Schale schon recht schrumpelig, so daß ich ihn definitiv nicht länger als 1,5 Wochen in der Küche lagern würde.
Auch der Berlepsch sollte wie der Falstaff schonend behandelt werden. Er neigt zwar etwas weniger als der Falstaff zu Druckstellen, aber diese Neigung ist durchaus erkennbar. Also immer schön vorsichtig mit dem sensiblen Apfel umgehen.

Apfelsorte Goldrenette Berlepsch - Nahaufnahme des interessanten und optisch auffälligen Apfels
Der Berlepsch in der Nahaufnahme

Mein Fazit

Wer mal etwas anderes als einen Einheitsapfel haben möchte, der sollte sich mal an dem Berlepsch versuchen. Die Farben sehen anders aus als bei den meisten Äpfeln. Der Geschmack ist ebenso etwas besonderes. Hier bekommt man eine gelungene Abwechslung zu dem üblichen Supermarktalltag, die allerdings nicht jedermanns Geschmack ist!
Für mich und meine Frau war diese würzige bzw. herbe Note auf jeden Fall nicht das richtige. Als Abwechslung zu den anderen Sorten gerne, aber regelmäßig werden wir den Berlepsch definitiv nicht kaufen.

Süße
Säure
Geschmack
Saftigkeit
Fruchtfleisch
Schale
Gesamteindruck

  • Besonderes Geschmackserlebnis für Freunde des außergewöhnlichen und neuen
  • Läßt sich 1 - 1,5 Wochen zu Hause in der warmen Küche ohne große Qualitätseinbußen lagern
  • Optisch hebt er sich durch seine klaren und knackigen Farben positiv ab
  • Leicht empfindlich für Druckstellen
  • Geschmacklich war er nichts für uns, das herbe/würzige Aroma hat nicht unseren Geschmack getroffen
  • Ein Apfel für Kenner und Freunde das etwas anderen Apfels

Weiterführende Links zu dieser Apfelsorte:


Kommentare

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Helene am :

HeleneFür mich ist der Berlepsch gerade wegen des würzigen Aromaseiner der besten Äfel die es gibt.Wir haben auch einen roten Boskop,weil unsere aus waren,kaufte ich im Supermarkt einen Boskop.Diesen kann man ja gar nicht vergleichen mit unserem alten Baum.Warum darf denn der noch Boskop heissen,so verzüchtet wie der ist?Gruss Helene

Jens Backhaus am :

Jens BackhausHallo Helene,

jetzt weißt Du, warum der Boskop heute oftmals als Backapfel für Kuchen bezeichnet wird ;-)
Also meines ist der, den man heute so bekommt, auch nicht. Wenn Du würzig magst kann ich Dir auch Alkmene oder die neue Züchtung Wellant and Herz legen.

Gruß,
Jens

Bernhard am :

BernhardDer arme Berlepsch, fast auf dem letzten Platz der Rangliste - das hat er nicht verdient

Jens Backhaus am :

Jens BackhausLeider ist eine solche Rangfolge immer ein bisschen subjektiv, auch wenn ich mir Mühe geben es so objektiv wie möglich zu gestalten.
Aber persönlicher Geschmack ist nun mal das A und O bei so etwas und lässt sich in einer Bewertung sehr schwer abbilden.

Bernhard am :

BernhardAch, das war nicht als Kritik gemeint. Natürlich ist so eine Bewertung subjektiv, und ich kann dein Urteil sogar nachvollziehen. Der Berlepsch ist schon was spezielles, nicht jeder mag dieses herbe Aroma. Ich mochte ihn anfangs ehrlich gesagt auch nicht, aber nachdem ich alle aufgegessen hatte und wieder auf die "normalen" süßen Äpfel umstieg, vermisste ich plötzlich sein herb-säuerliches Aroma. Er hat etwas, was die neuen Apfelsorten nicht haben.

Jens Backhaus am :

Jens BackhausIn der tat sprichst Du etwas an, was ich auch sehr oft feststelle. Die alten Sorten sind geschmacklich noch deutlich vielschichtiger bzw. haben auch mal etwas charakteristisches. Da muss manchmal zwar der richtige Apfewl zum passenden Esser kommen, damit es zusammen was wird, aber dann ist das auch ein Erlebnis.
Bei den aktuellen Marken sind mit die Äpfel mal zu sehr austauschbar. Sie haben zwar alle eine gewisse Richtung für sich, liegen aber im Grunde viel zu nach beieinander. Aber das ist sicherlich dem geschuldet, dass sie einer möglichst breiten Masse schmecken sollen.

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